Ich bin unzufrieden. Mit meinen Texten. Mit mir. Ein Kapitel nach dem anderen haue ich raus. Immer schneller, immer kürzer. Schlechter editiert. Ich weiß, ich könnte es besser. Aber mich treibt die Sucht nach dem Dopamin-Kick beim Klick auf PUBLISH. Wann kommt das erste VIEW, wann das erste LIKE?
Gleichzeitig die Enttäuschung, die Leere, wenn das Feedback ausbleibt. Wenn die Zahl der Leser sinkt. Unsicherheit. Selbstkritik. Was habe ich falsch gemacht? Ist die Geschichte so schlecht? Keine Zeit, sie zu verbessern. Das bringt keine Anerkennung. Wenn die Leser einmal weg sind, verschreckt von den schlechten Kapiteln, dann kommen sie nicht mehr wieder. Also müssen neue Ideen her. Neue Geschichten. Wieder von vorn, wieder der frische Kick. Neugierige Leser schauen rein. Das Interesse hält nicht an. Steil hoch. Steil runter. Die Aufmerksamkeit schwindet. Mit ihr das Durchhaltevermögen. Zurück bleiben die leblosen Rümpfe unvollendeter Geschichten.
Minderwertigkeit. Versagensängste. Andere Autoren schreiben täglich Kapitel, die länger sind als ganze Geschichten von mir. Warum kann ich das nicht? Woher nehmen die die Zeit dafür? Die Ausdauer? Die Ideen und Kreativität? Was fehlt mir? Bin ich nicht gut genug?
Ich weiß, ich sollte eine Pause machen. Abstand gewinnen. Kann ich das? WILL ICH DAS? Bin ich schon so süchtig nach dem Kick beim Klick, dass ich nicht mehr aufhören kann?
Hey P_L... Danke für deine offenen Worte. Mal auskotzen tut gut. Ich hab lange überlegt, was ich dir antworten könnte. Du hast dich selbst ja schon perfekt reflektiert. Und uns anderen geht es in gewisser Weise genauso, schätze ich. Das Hochgefühl wenn mal eine Story gut anläuft, und die Enttäuschung, wenn das Interesse nachlässt. Obwohl man sich echt Mühe gibt. Ich zitiere JackTheWolf, den ich vor einiger Zeit ebenfalls dazu etwas gefragt habe: seine Empfehlung: einen Gang runter schalten und neu starten (sinngemäß). Und JA - mach ne Pause! Besinne dich, was dich ursprünglich auf CHYOA verschlagen hat... die ureigensten Fantasien mit anderen teilen. Dahin zurück... zu den Anfängen. Und nur für sich schreiben. Ich köchel aktuell auch auf Sparflamme mit meinen Geschichten (kommt mir zumindest so vor), freue mich aber sehr über jedes einzelne Like und Kommentar. Wertschätze es. Auch wenn es keine Massen sind. Zurück zum Anfang...!
Dann lass ich an der Stelle auch gleich "die Hosen runter": das Schreiben in den letzten Monaten hat mich durchaus beflügelt und mich erfüllt. Im real Life jedoch auf ungute Weise zunehmen "übersexualisiert". Beim Einkaufen, auf der Straße. Jede Frau in engen Leggings stelle ich mir unwillkürlich nackt vor. Ich stehe auf nackte Menschen. War auch selber schon FKK und in Sauna, im Laufe der Zeit. Wünsche mir aktuell nichts sehnlicher, als mehr davon. Gemischte Sauna. In Deutschland so einfach, einfach mal nackte Menschen zu sehen. Trotz des Verlangens gehe ich nicht. Bleibe daheim. Schreibe meine Geschichten. Weil ich mich nicht traue. Vielleicht auch besser so. Dabei will ich einfach nur gucken, dabei sein. Überrede gerade meine Partnerin, dass wir gemeinsam regelmäßig gehen. Sie ziert sich noch, aber ich will nicht allein gehen. Aber notfalls dann doch allein? Als Spanner in der Sauna will ich nicht rumlaufen. Und in meinem Kopf hämmert es nur "du bist so blöd, steig ins Auto, es sind ringsherum zig Freizeitbäder - kein Problem, oder?! Worauf wartest du.... nackte Menschen, so nah". Das ständige innere Kämpfen nur mit dieser einen fixen Idee macht mich ganz kirre...
Lass einen Text einfach mal ein paar Tage liegen, statt gleich zu veröffentlichen. Und schreib nicht in den Chyoa-Editor, sondern auf die eigene Festplatte. Erstmal drüber schlafen, dann lesen, editieren. Ich mache auch inzwischen laaaange Pausen, weil ich das Gefühl hatte, mich nur noch zu wiederholen. Dann ist der Spaß am Schreiben weg. Ich mag übrigens keine Kapitel lesen, die sich nur über zwei, drei kurze Absätze erstrecken. Da kann keine Atmosphäre aufkommen. Ich will nicht hundertmal klicken, bevor die Handlung nennenswert weitergeht. Und ich habe dann das Gefühl, der Autor will nur Likes sammeln. Wenn dann noch schlechte Rechtschreibung wegen flüchtigen Schreibens dazu kommt (ich meine jetzt nicht Dich persönlich), gibt`s auch keinen Daumen hoch von mir.
Da muss ich Toby recht geben. Ich hab’ auch das Gefühl bekommen, immer wieder dasselbe zu schreiben, und aktuell hab’ ich 2 Projekte bei mir liegen, bei denen ich nicht wirklich weiterkomme. Also bleiben die Liegen. Okay, ich schreibe hauptsächlich für mich, zumindest hat es so mal angefangen. Dann hab ich die ersten Kapitel veröffentlicht … dann kam der "Druck" und irgendwie auch die Blockade. Und ich, naja, ich schreibe, wenn ich schreibe, wild drauflos, schaue, wo die Geschichte hingeht, und leider verläuft es sich dann im Sand. Oder ich verliere selbst den Anschluss und weiß gar nicht, was ich geschrieben habe … Oh ja rechschreibung... da bin ich das Paradebeispiel...ohne die Tools würde ich wohl in einem Satz mit 10 wörtern 100 fehler machen... Mach dir keinen Druck, schreib, wenn du willst, was du willst. Ich mein, wir bestreiten ja nicht unseren Lebensunterhalt damit, wir machen das "nebenbei" wenn Zeit ist, neben dem ganzen Ding namens Real Life … Geile Grafik, scheiß Gameplay. XD
Meine Erfahrungen sind, dass die Stories niemals mehr als 15 Kapitel haben sollten, spätestens dann lässt das Interesse nach. Dann lieber mehrere Teile als eigenständige Stories machen, dann hat man wieder Interesse - und man sieht dann auch, dass an den vorherigen Teilen wieder Interesse kommt. Außerdem lieber kürzere Chapters schreiben als zu lange. Ich verliere selbst an geilen Stories das Interesse, wenn die Chapters zu lang sind.
Also mit den "... niemals mehr als 15 Kapitel ..." sehe ich nicht so. Es ist halt immer die Frage, was man in der Geschichte erzählen will. Bei den meisten Geschichten hier ist leider nur der Sex die Handlung. Ich bevorzuge das eher umgekehrt. Also eine wirkliche Handlung mit, ja klar, auch Sex. Und ja, die Kapitellänge. Das ist eh etwas, wo die Meinungen hier weit auseinandergehen. Mir ist das bei meinen Kapiteln im Prinzip egal. Sie sind so lang, wie ich brauche, um zu erzählen, was ich erzählen will und dann am Ende einen guten Cut zu machen. Der ist mir sehr wichtig, weil er die Spannung und die Vorfreude auf die Fortsetzung hochhält. Aber am Ende soll jeder machen, wie er will. Hauptsache, der Spaß am Schreiben bleibt.
Ich finde auch, man kann den Lesern auch mal über tausend Wörter zumuten. Aber zugegebenermaßen wird es dann schnell unübersichtlich, wenn man am Handy liest. Und wenn die Stücke größer sind, kommen naturgemäß auch die Fortsetzungen nicht so schnell hintereinander. Hat alles so seine Vor und Nachteile.